Kolumbienexkursion 2023 „¿dicen tansición justa pero justa para quién?“

Kolumbienexkursion 2023 „¿dicen tansición justa pero justa para quién?“

Im Anschluss an und als Fortführung der Kolumbienexkursion von 2019 fand im März 2023 eine weitere Exkursion nach Kolumbien statt, welche von den geographischen Instituten der Universität Hamburg mit der Universidad Externado de Colombia aus Bogotá gemeinsam organisiert und durchgeführt wurde.

Doch anstelle von Exkursionsprotokollen oder eines Internetblogs haben wir uns dieses Mal dafür entschieden einige der Begegnungen und Eindrücke der Exkursion in Form eines Films festzuhalten. Dies ermöglichte nicht nur eine andere Art des Protokollierens und Reflektierens, sondern bietet auch die Möglichkeit, über öffentliche Vorführungen mit einem interessierten Publikum in einen gemeinsamen Austausch und eine Diskussion zu kommen. So auch am 27.06.2024 zum Jahrestreffen des AK Abya Yala.

Der Film ist ein Versuch, sich sowohl mit den Konflikten und aktuellen Entwicklungen in Kolumbien auseinanderzusetzen, als auch die (postkoloniale) Methode der Exkursion, das Erzählen von Geschichten, das Sprechen über und Sichtbarmachen von bestimmten Positionen und gleichzeitig das Unsichtbarmachen der eigenen Sprecher*innenpsoition kritisch zu reflektieren.

Colombia excursión 2023 – Película final con subtítulos en alemán y español
Kolumbienexkursion 2023 – Abschlussfilm mit deutschen und spanischen Untertiteln

Doch eine Exkursion filmisch zu dokumentieren und das von sehr unterschiedlichen Kleingruppen gefilmte Material in einen recht kurzen Film mit einer konsistenten Erzählung zu bringen ist eine große Herausforderung – und vielleicht auch eine Überforderung. Ohne die praktische Unterstützung von Christian Kreitschmann und Stefan Koch (Digitalisierung in der Lehre MIN) und ohne den unermüdlichen Einsatz des Redaktionsteams, insbesondere von Charlotte Peters, Clara Wolkenhauer, Laura Berta, Louisa Oswald, Mayu Hinterberger, Maren Müller und Rieke Lenz, und für die Untertitel von Lea Mader, Mara Gerhards sowie Calos Sánchez und Flavio Bladimir Rodriguez wäre der Film niemals fertiggestellt worden. So ist der Film auch ein Ergebnis von studentischem Engagement jenseits der Erfüllung von vorgegebenem Workload und Credit-Points-gesteuerter Anerkennung. Vielen Dank an alle, die so viele Stunden vor dem Bildschirm verbracht und den Film so ermöglicht haben.

Der Film ist eine Momentaufnahme und ein kleiner Einblick in die komplexen Wirklichkeiten Kolumbiens. Vieles müsste noch ergänzt werden, vieles ist seither geschehen. Besonders traurig haben uns die Nachrichten von dem Tod von Jakeline Romero Epiayú und Samuel Arregoces gemacht. Jakeline war eine unermüdliche Kämpferin der Belange der Wayúu in La Guajira, die uns zu ihrer Familie eingeladen hat und deren Stärke und Kraft wir erleben durften. Samuel, ein beeindruckender Aktivist der afrokolumbianischen Gemeinschaften in La Guajira, konnten wir auf der Exkursion leider nicht treffen. Er hat uns aber sehr viel ermöglicht und verschiedene Kontakte vermittelt. Ihr Tod, der stellvertretend für den Tod und das Leid so vieler Aktivist*innen und Menschen in La Guajira gesehen werden kann, macht uns unglaublich traurig und wütend. Ihnen wollen wir diesen Film widmen.

Wir hoffen, dass der Film anregt, nachdenklich macht, Interesse weckt… sei es über die Verhältnisse in Kolumbien, die Verbindungen zu einer imperialen Lebensweise in Europa oder auch über das eigene Reisen, Nachdenken, Erzählen − als Geographie-Student*in, als Aktivist*in oder Tourist*in. Wir würden uns freuen, wenn der Film geschaut und über ihn diskutiert wird − und auch, wenn uns euer Feedback erreicht, zum Beispiel als Email an: tobias.schmitt[at]uni-hamburg.de

Mehr Versionen des Films mit unterschiedlichen Untertiteln

[Hier geht´s zur Exkursion 2019]